Bogenschießen im eigenen Garten

Bogenschießen im Garten
Bogenschießen im eigenen Garten macht viel Spass - Foto: Patryk_Kosmider / depositphotos.com

Bogenschießen ist ein spannender Sport, der viel Geschick und ein gutes Auge erfordert. Kein Wunder also, dass Bogenschießen immer mehr Anhänger findet. Wer mit diesem ruhigen und dennoch aufregenden Sport anfangen möchte, muss sich zunächst allerdings die Frage stellen, wo und wie man Bogenschießen lernen kann.

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Eine Zielscheibe im eigenen Garten aufzustellen und dort zu üben, wäre die einfachste Lösung. Doch ist das erlaubt, was muss man beachten und was passiert im Falle eines Unfalles?

Wo darf mit einem Bogen geschossen werden und wo nicht?

Ausdrücklich erlaubt ist es natürlich auf den Übungsplätzen eines jeden Bogenschießvereins. Auf diesen Plätzen greifen alle Sicherheitsmaßnahmen, die zum Bogenschießen verlangt werden. Hier kann auch einmal ein Pfeil daneben gehen, ohne Schaden anzurichten. Ein Vorteil dieser Vereine ist auch, dass jederzeit ein Trainer zur Hand ist, der dem Interessierten das Bogenschießen sicher und korrekt beibringen kann. Weitere Infos über Bogenschießen und die Vereine finden sich auch im Reiterbogen Ratgeber.

Laut des gültigen Waffengesetzes ist ein Bogen keine Waffe, das bedeutet, dass Bogenschießen auch im eigenen Garten, auf Wiesen, im Wald oder auf anderen freien Plätzen mit dem Bogen geschossen werden darf.

Müssen Vorschriften beim Umgang mit Pfeil und Bogen beachtet werden?

Wie schon erwähnt, gilt der Bogen vor dem Gesetz nicht als Waffe, sondern als Spiel- und Sportgerät. Der Kauf unterliegt keinerlei Altersbeschränkung und Pfeil und Bogen dürfen frei und ohne Waffenschein geführt werden.

Trotzdem greifen auch bei Bogenschießen einige Regeln und Sicherheitsmaßnahmen, denn obwohl es sich beim Bogen nicht um eine Waffe handelt, haftet der Schütze für alle Schäden, die er durch sein Handeln verursacht.

Nachzulesen im Bürgerlichen Gesetzbuch, §823:

Zitat: “ Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“ (Quelle BGB)

Für diejenigen, die den Bogensport ernsthaft und längerfristig betreiben möchten, ist es daher empfehlenswert, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Kinder unter sieben Jahren sind von diesem Paragrafen ausgenommen. In diesen Fällen werden allerdings die Eltern zur Verantwortung gezogen, da sie die Aufsichtspflicht haben. Das ist auch der Grund, warum viele Bogenschießvereine Kinder erst ab einem Alter von sieben Jahren zulassen. Sind sie jünger und es passiert ein Unfall, kann hier der Trainer statt der Eltern verantwortlich gemacht werden.

Daher sollte, wenn nicht im eigenen Garten geschossen wird, immer der Grundstückseigentümer der Fläche, auf der man üben möchte, informiert und um Erlaubnis gebeten werden.

Schießstand im eigenen Garten aufbauen

Wer im eigenen Garten einen Schießstand aufbaut, sollte auch einige Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um Unfälle zu vermeiden.

So muss der Bereich links und rechts neben der Zielscheibe mindestens 15 Meter frei sein.

Nicht jeder Pfeil findet sein Ziel. Daher ist es wichtig, hinter der Zielscheibe einen weichen Hintergrund, zum Beispiel einen Erdhügel oder Strohballen, aufzubauen, der den Pfeil sicher auffängt, ohne dass das Risiko besteht, dass der Pfeil an einem Gegenstand oder Baum abprallt. Ein weicher Hintergrund minimiert auch das Risiko, dass der Pfeil beim Aufprall auf einen harten Grund zersplittert oder bricht.

Auffangnetze für Pfeile werden mittlerweile als unsicher eingestuft, da sie die Pfeile nur bedingt aufhalten. Wer jedoch trotzdem ein Auffangnetz spannen möchte, sollte in Kombination mit dem Netz eine stabile Holzwand verwenden.

Unterschiedliche Ausführungen der Bogenmodelle erreichen auch unterschiedliche Reichen. Hier muss der Sicherheitsbereich entsprechend dem oder der Modelle angepasst werden.

Wird mit dem Bogen im Garten geübt, muss darauf geachtet werden, dass sich keine Tiere oder Personen vor, neben oder hinter der Zielscheibe befinden.

Empfehlenswert ist es daher, den Sicherheitsbereich mit auffälligen Bändern oder Warnschildern auszuweisen.

Die Zielscheibe bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Wird sie sehr oft benutzt und weist schon erhebliche Löcher auf, muss sie gegen eine neue Scheibe getauscht werden. Es kann sonst passieren, dass ein Pfeil nicht stecken bleibt, sondern mit hoher Geschwindigkeit die Zielscheibe durchschlägt und unkontrolliert weiterfliegt.