Wissenswertes über die Amsel

Amsel
Foto: vasi_100 / depositphotos.com

So gut wie jeder kennt eine in Deutschland sehr verbreitete Vogelart: die Amsel. Ob schwarz oder braun mit auffälligem gelben Schnabel – der kleine, flinke Vogel taucht nicht nur im tiefen Wald auf. Auch in der Stadt trifft man die Amsel häufig an.

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Bei diesem Vogel handelt es sich um einen echten Überlebenskünstler, der sich sowohl an das Leben im tiefen Wald, als auch nahe des Menschen anpasst. Natürlichen Feinden trotzen die schlauen Tiere ebenso wie der Veränderung ihrer Umwelt beim Wechsel der Jahreszeiten. In Sachen Paarung, Futtersuche und Lebensraum gibt es interessante Fakten zur Amsel.

Äußere Merkmale der Amsel und Eingruppierung

Die Amsel wird vielerorts auch als Schwarzdrossel bezeichnet – keiner der beiden Begriffe ist falsch. Generell gehört die Amsel zur Familie der Drosseln, welche wiederum nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa weit verbreitet ist.

Erwachsene Tiere lassen sich hinsichtlich des Geschlechts klar durch äußere Merkmale voneinander unterscheiden. Während die männlichen Vögel schwarz sind, haben Weibchen etwas helleres Gefieder, welches braun oder graubraun sein kann. Auch rötlich-braune Exemplare kommen vor.

Nicht nur anhand des Gefieders, sondern auch anhand der Schnäbel lassen sich die Tiere unterscheiden. Männchen haben einen gelben oder orangefarben Schnabel, während die weiblichen Vögel hellere und weniger leuchtende Schnäbel haben.

Besonders an der Drossel ist, dass es verschiedene, von der Norm abweichende Färbungen gibt. Es existieren zahlreiche Tiere, bei denen man eine sichtbare Melaninablagerung beobachten kann. Diese Tiere sind schwarz-weiß und manchmal sogar gefleckt oder gepunktet. Auch die Farbe des Schnabels kann sich bei dieser Variante unterscheiden. Sehr selten gibt es auch schneeweiße Tiere, welche an Albinos erinnern.

So singt die Amsel

Wenn es um den Gesang geht, hat die Amsel viele menschliche Anhänger. Das hat einen ganz besonderen Grund: Der Gesang dieses Vogels ähnelt der von Menschen komponierte Musik weitaus mehr als der bei den meisten anderen Vogelarten. Deshalb lässt sich der klassische Gesang des Vogels sogar in Noten wiedergeben – das ist normalerweise nicht möglich.

Die Amselstimme verfügt über mehrere Oktaven und erhält daher eine große Spannweite. Nicht ohne Grund gibt es zahlreiche Musiker, die eine besondere Schwäche für den Gesang der Amsel haben.
Die Amsel gibt mit ihrer Stimme Informationen an Artgenossen weiter, wehrt Widersacher ab und balzt. Die Stimmen der einzelnen Tiere unterscheiden sich teilweise deutlich, sodass die Artgenossen bekannte oder unbekannte Tiere am Gesang erkennen.

Neben dem Gesang, der für das menschliche Gehör durchaus angenehm klingt, kann die Amsel auch sogenannte Erregungslaute von sich geben. Was klingt wie ein „tack, tack, tack“ wird häufig von jungen Amseln ausgestoßen, welche Angst vor einer drohenden Gefahr haben.

Generell wird bei der Amsel zwischen dem Gesang speziell beim Brüten, dem Gesang während des Nestbaus und dem Reviergesang unterschieden.

Der natürliche Lebensraum der Amsel

Eigentlich bewohnt die Amsel dichte Wälder, in denen sie vor Angreifern, Trockenheit und zu viel Licht geschützt wird. Allerdings sind die Tiere so anpassungsfähig, dass man sie auch in Gärten, auf Feldern und auf natürlichen Lichtungen findet. Hier suchen die Tiere nach Futter und Nistmaterialien.

Heute lebt die Amsel in allen möglichen Landschaften. Sie lässt sich nicht nur in ruhigen Gärten oder nahe dem Wald nieder, sondern ist auch in öffentlichen Parks, in Zoos oder in der Stadt anzutreffen. Besonders liebt die Amsel allerdings Streuobstwiesen und dichtes Buschwerk. Hier fühlen sich die Tiere sicher und finden genug Nahrung.

Auch Heiden, Feldflure und Gebiete nahe am Wasser kommen für die Amseln als Lebensraum infrage. Sie brüten überall dort, wo sie die Eier vermeintlich sicher und bequem ablegen können. Das kann ebenso ein Schilfrohr sein wie das Dach eines Gartenhauses.

Meistens leben mehrere Vögel auf verhältnismäßig kleinem Raum. Auf einer Fläche zwischen einem halben und einem Hektar Land leben oft mehrere Brutpaare, die sich friedlich verhalten.

Sogar in den Alpen kommt die widerstandsfähige Amsel vor. Auf Höhen von bis zu gut 2000 Metern Höhe wurden bereits Amseln gesichtet. Unterarten leben sogar noch weiter oben.

So paart sich und brütet die Amsel

Paare bilden sich bei der Amsel erst nach der Balz. Diese findet nicht unbedingt am gleichen Ort statt wie die Brut oder die Paarung selbst. Auch in Gebieten außerhalb des eigenen Reviers gehen die Amseln auf Partnersuche. Manche Zugvögel treffen bereits mit dem Partner zusammen in der neuen Heimat ein.

Das Ritual bei der Balz wird vom Männchen ausgeführt, um dem Weibchen zu imponieren und dieses für die Paarung zu motivieren. Meistens geht das Männchen mit stolz geschwellter Brust vor dem weiblichen Vogel auf und ab. Die Federn werden aufgestellt, um größer zu wirken.

Meistens findet sowohl die Balz als auch die Paarung im Frühling statt. Direkt nach der erfolgreichen Balz erfolgt die Paarung. Ob es zur Kopulation kommt, entscheidet das Weibchen. Dieses fordert das Männchen zur Paarung auf; manchmal sogar ohne ein Balzritual im Vorfeld.

Die meisten Amseln nisten entweder in Bäumen, in Sträuchern oder in dichtem Gestrüpp. Viel Wert legen die Tiere darauf, dass das Nest nicht nur sicher angebracht wird, sondern auch von außen schwer einzusehen ist und speziell von oben geschützt wird.

Das Nest wird vom Weibchen gebaut und auch das Nistmaterial sucht sich die brütende Henne selbst aus. Besonders beliebt sind Astgabeln oder Nischen an Balkonen und Terrassen. Deshalb sollten Gartenbesitzer gerade in Frühling Rücksicht nehmen.

Maximal drei bis vier Tage nach dem Nestbau legt das Weibchen die Eier ab. Allerdings werden diese nicht alle auf einmal abgelegt, sondern mit einer Pause von 20 bis Stunden zwischen den einzelnen Eiern.

Die meisten Amseln legen maximal fünf Eier ab; viele Exemplare beschränken sich sogar nur auf ein bis zwei Stück. Die Eier selbst haben eine ovale Form und sind grünlich gefärbt. Rund sieben Gramm wiegen ein einzelnes Ei.

Diese Feinde und Gefahren gibt es für die Amsel

Sofern die Amseln im Wald oder auf Feldern leben, müssen sich vor allem vor Bussarden, Falken und Sperbern in Acht nehmen. Auch Eulen und Raben haben es in erster Linie auf sehr junge Amseln und auf die Eier der Tiere abgesehen. Kranke oder schwache Vögel fallen manchmal Aaskrähen, Füchsen und Mardern zum Opfer.

Wenn die Amsel sich in von Menschen bewohnten Gebieten aufhält, gehört auch die Hauskatze und die Wanderratten zu jenen Tierarten, welche ihr gefährlich werden können.

Auch der Menschen zählt zu den Gefahren für Amseln. Besonders der Straßenverkehr, aber auch die Jagd setzt den Vögeln zu. Gerade begrünte Schnellstraßen sind gefährlich. Manchmal werden Amseln aus Versehen im Zuge der Schädlingsbekämpfung getötet.

So alt wird die Amsel

Hin und wieder gelingt es Menschen, die Amsel zu zähmen oder im Käfig zu halten. Unter diesen unnatürlichen Bedingungen können die Tiere maximal 20 Jahre alt werden.

Lebt die Amsel hingegen in Freiheit, so lebt sie eher zwischen vier und sechs Jahren – je nachdem, ob sie eines natürlichen Todes stirbt oder einem Feind zum Opfer fällt. In Ausnahmefällen können die Amseln auch in freier Wildbahn älter werden.

Ob Amseln in bestimmten Gebieten länger leben als in anderen, gilt als umstritten.

Das Futter der Amsel

Die Amsel ist nicht nur anpassungsfähig, wenn es um den Nestbau und das Revier geht, sondern auch in Sachen Futter anspruchslos. Amseln sind Allesfresser. Sie können sich sowohl von Früchten als auch von Beeren, Samen oder Insekten sowie kleinen Säugern ernähren.

Besonders beliebt sind Lurche, Mäuse und Tausendfüßler sowie Spinnen, wenn es um tierische Nahrung geht. Meistens orientieren sich die Amseln jedoch an der Jahreszeit und an dem Gebiet, in welchem sie aktuell leben. Gibt es hauptsächlich pflanzliche Nahrung, wird diese gerne angenommen.

Sämereien fressen Amseln ebenfalls gerne, was sie zum optimalen Vogel für einen von Menschen eingerichteten Futterplatz macht. Sogar Abfälle werden von den Tieren nach Nahrung durchsucht, wenn es gerade eine akute Nahrungsknappheit gibt.

Eine Futterstelle für die Amsel einrichten

Die Amsel gehört zu den Vogelarten, welche ihr Futter am liebsten in Bodennähe oder direkt am Boden fressen. Deshalb kommt die klassische Bodenfutterstelle in Betracht, die auch Drosseln als Anlaufstelle dienen kann.

Gerade beim Füttern am Boden sollte darauf geachtet werden, dass die Futterstelle nicht über Nacht draußen bleibt. Vor allem nachtaktive Raubvögel und Katzen haben sonst leichtes Spiel, während die Amsel durch die Nahrungssuche abgelenkt ist.

Weil die Amsel zu den Allesfressern gehört, nimmt die jegliche Art von Futter genauer an. Wichtig ist natürlich, dass das Futter frisch, sauber und frei von Schimmel ist. Besonders gerne fressen die Tiere Rosinen und getrocknete Beeren. Diese sollten aufgrund des hohen Zuckergehalts jedoch nur in Maßen verfüttert werden.

Zudem mögen Amseln zerkleinerte Nüsse ohne Schale, Sonnenblumenkerne und Äpfel sowie Birnen. Fettfutter und Haferflocken eignen sich ebenfalls sehr gut, um die Futterstelle der Amsel zu füllen.

Sämereien nehmen die Vögel ebenfalls dankend an. Hier sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die einzelnen Sämereien nicht größer als ein Maiskorn sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Amsel sich verschluckt oder das Futter gar nicht erst annimmt.
Sofern frisches Obst gefüttert werden soll, muss dieses entweder innerhalb eines Tages gefressen werden oder die Stücke sollten entfernt werden. Zudem ist es wichtig, nach der Gabe von Frischfutter den Behälter und die gesamte Futterstelle penibel zu reinigen. So werden Krankheiten vermieden.