Nachhaltig leben: Der eigene Kräuter- und Gemüsegarten

Kräuter- und Gemüsegarten
Foto: londondeposit / depositphotos.com

Der eigene Kräuter- und Gemüsegarten gewann seit letztem Jahr an Beliebtheit und Bedeutung. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Im Zuge des Klimaschutzes und einer gesteigerten Aufmerksamkeit für jene Dinge, die jede Person selbst tun kann, um nachhaltig zu handeln und dabei aktiv das Klima zu schützen, entstand eine Vielzahl an neuen Nutzgärten. Darüber hinaus bietet der Gemüse- und Kräuteranbau im heimischen Garten oder auf dem Balkon die Chance, kostengünstig qualitativ hochwertige und gesundheitsfördernde Lebensmittel zu verzehren. Wir haben uns bei den Profis von besser-nachhaltig.com ein paar Tipps geholt.

Frische und Geschmack

Bis Lebensmittel in Deutschland im Supermarkt angeboten werden, haben sie meist einen langen Weg hinter sich. Tomaten kommen des Öfteren aus Spanien, Gurken aus den Niederlanden und selbst Salate werden aus Italien und Spanien importiert. Durch den langen Transportweg und den damit verbundenen Zeitrahmen, bis die Ware zu Hause verarbeitet wird, sind viele Vitamine und Nährstoffe bereits unwiderruflich verloren.
Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten hingegen können unmittelbar nach der Ernte zubereitet und verspeist werden. Hierdurch ergibt sich ein vollkommenes Geschmackserlebnis. Des Weiteren sind die wichtigen Spurenelemente und Mineralstoffe noch in den Lebensmitteln enthalten.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Indem Kräuter und Gemüse selbst angebaut werden, wird aktiv die Umwelt geschützt. Bei der Verbringung der Waren aus fernen Ländern in die heimischen Geschäfte fallen Unmengen an Treibhausgasen an.
Salate, Karotten, Kartoffeln und Co. lassen sich spielend leicht im eigenen Garten und im Gewächshaus anpflanzen und pflegen. Sogar für den kleinen Garten gibt es inzwischen Lösungen, wie z.B. das Minigewächshaus oder ein Anlehngewächshaus.

Überdies werden bei der Fahrt mit dem Auto in den Supermarkt erneut umweltschädliche Stoffe ausgeschieden. Nachhaltig handeln bedeutet die Umwelt schützen. Dies wird mit der Ansiedlung der eigenen Pflanzen und Kräuter verwirklicht.

Plastikmüll reduzieren

Gegenwärtig bieten immer mehr Supermarktketten unverpackte, frische Produkte an. Das hat einen Grund. In die Umwelt gelangtes Plastik benötigt teilweise mehrere hundert Jahre, bis es sich zersetzt hat und abgebaut wurde. Zudem stellt die Verschmutzung der Meere durch Plastik eine bedeutende Herausforderung dar.
Werden Kräuter und Gemüse zu Hause geerntet, ist keine Verpackung nötig. Nicht nur wird hierdurch Plastikmüll reduziert, sondern bereits die Herstellung diesem Kunststoff wird umgangen. Weiterhin ist zu bedenken, dass auch beim Recycling von Plastik Emissionen ausgestoßen werden. Beispielsweise durch den Betrieb der Recyclinganlage.

Das Budget schonen

Biologisch angebaute Lebensmittel sind teurer als konventionell produzierte. Mit dem gewachsenen Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung wächst bei vielen der Wunsch nach hochwertigen und gesundheitsfördernden Produkten. Durch den Selbstanbau kann dieser Wunsch auch für einkommensschwache Personen erfüllt werden.
Kräuter wie Thymian, Kresse und Salbei können bereits auf dem Balkon in kleinen Blumentöpfen / Ziertöpfen oder kleinen Hochbeeten gezogen werden. Auch Tomaten oder Erdbeeren lassen sich auf diese Weise züchten. Die dafür benötigten Samen oder Jungpflanzen sind günstig für jedermann im Gartenmarkt zu erwerben.

Gesundheitsgefährdende Stoffe vermeiden

Trotz strenger Regularien innerhalb der Europäischen Union bezüglich der Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stoffe in Lebensmitteln gelangen immer wieder Skandale an die Öffentlichkeit.
Speziell beim Gemüse- und Kräuteranbau werden mannigfaltige Pestizide und Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die umfassende Kontrolle, ob die gesetzlichen Normen eingehalten werden, ist kaum möglich. Zudem kommen fortwährend neue chemische Schutzmittel auf den Markt, deren Langzeitfolgen für die Umwelt oder den menschlichen Organismus nicht abgeschätzt werden können. Nicht selten stellt sich nach einigen Jahren der Anwendung heraus, dass ein bestimmter Wirkstoff irreparable Schäden an Mensch und Natur hervorruft.
Bei dem selbst durchgeführten Gemüse- und Kräuteranbau kann jedermann selbst bestimmen, welche oder ob er Pestizide verwenden möchte. Eine empfehlenswerte und nachhaltige Alternative ist beispielsweise das Anlegen einer Wildblütenwiese. Diese gibt unzähligen Insekten einen Lebensraum und daneben Vögeln eine Nahrungsquelle. Die Insekten und Vögel bekämpfen aktiv Schädlinge. Somit ist das Versprühen von Pflanzenschutzmitteln überflüssig.

Gesund leben

Nachhaltig und gesund leben heißt auch Krankheiten vorbeugen. Unstrittig ist, dass der Verzehr einer ausreichenden Menge an Gemüse und Kräutern der Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirkt. In Anbetracht jener Erkenntnis verwundert es, dass viele Menschen nicht genug Gemüse verzehren.
Hier leistet der eigene Kräuter- und Gemüsegarten eine wertvolle Hilfe. Durch den Umgang und die Beschäftigung mit der Natur und ihrer Vielfalt wird das Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise und zeitgleich für den Umweltschutz geschärft. (Lesetipps: Insektenhotel und Bienenhotel)
Bis zur Ernte der ausgesäten Samen wird einige Zeit verstreichen. Die Pflanzen benötigen Pflege und regelmäßige Aufmerksamkeit. Der Hobbygärtner kann ihnen sprichwörtlich beim Wachsen zusehen. Dadurch ist es viel wahrscheinlicher, dass das Gemüse und die Kräuter auch konsumiert werden. Niemand möchte seine mit harter Arbeit aufgezogenen Pflanzen verrotten lassen.